Pressererklärung „Bauvorbereitung trotz Bürgerentscheid“

Heute, am 9.1.14, hat der Investor Möbel Kraft mit dem Abriss von Lauben auf dem Kleingartengelände Prüner Schlag am Westring in Kiel begonnen, obwohl in 10 Wochen ein Bürgerentscheid zu einem möglichen Planungsstopp für das Möbelzentrum stattfinden wird und eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht gegen die durch die Stadt erteilte Erlaubnis zum Laubenabriss anhängig ist. Begründet wird dies mit der Verkehrssicherungspflicht. Die Initiatoren halten dazu fest, dass

  • seit dem 18.12.13 die Lauben systematisch von Aufräumtrupps aufgebrochen  und entrümpelt werden; die so entstandenen Müllberge werden erst seit heute langsam entfernt. Dabei werden auch noch intakte Lauben eröffnet (Bild unten zeigt eine intakte Laube, durch Kreuz freigegeben zur Zerstörung)
  • die so bearbeiteten Parzellen stehen offen und sind nicht gesichert
  • Die Aktivitäten beschränken sich hauptsächlich auf die Randgebiete des möglichen Möbelzentrums, das von schmalen Grünausgleichsflächen umgeben werden soll laut Vorentwurf des Bebauungsplans. Dieses wird damit begründet, dass diese Ausgleichsflächen ab dem 29.2. aus artenschutzrechtlichen Gründen in Ruhe gelassen werden sollen. http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Geplante-Moebel-Kraft-Filiale-auf-frueherem-Kieler-Kleingarten-Gelaende-Abriss-von-Lauben-und-Aufraeumarbeiten-gestartet

Damit entlarven sich diese Maßnahmen hauptsächlich als bauvorbereitende Maßnahmen, was auch durch ein „Baustellenausfahrtsschild“ am Hasseldieksdammer Weg zu erkennen ist (Bild unten)
„Es ist eine Respektlosigkeit den vielen Kieler Bürgern gegenüber, die den Bürgerentscheid veranlasst haben. Hier wird sogar der Vorentwurf des Bebauungsplans als Grundlage genomen, obwohl dieser noch nicht einmal der Ratsversammlung vorgelegen hat“ so  Björn Sander.
Die Initiatoren hatten sich vor Weihnachten in einem Brief an den Geschäftsführer von Möbel Kraft gewandt, Anfang der Woche an Bürgermeister Todeskino , um eine einvernehmliche Lösung zur Herstellung der Verkehrssicherheit zu finden. Auf Antworten wurde vergeblich gewartet.
„Der Kieler Baudezernent zeigt jetzt wofür er arbeitet: Bürgerwillen wird ignoriert, Investorenwünsche werden kritiklos erfüllt. Der Flächenverbrauch des Vorentwurfs ist so maßlos, dass er z.Zt nicht genehmigungsfähig wäre. Es ergeben sich so viele Fragen daraus, dass nur von einem Provisorium gesprochen werden kann. Und trotzdem dient dieser Entwurf jetzt sogar als Grundlage der bauvorbereitenden Maßnahmen!“, so Ulrike Hunold.

Der BUND hat aufgrund der praktizierten Form des Laubenabrisses mit Komplettentfernung von Hecken und Verwendung schweren Gerätes erneut bei der Oberen Naturschutzbehörde Beschwerde eingelegt (Bild unten).“

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