Vertiefende Standortalternativenprüfung

Dieses Gutachten stammt ebenfalls von der CIMA aus dem April 2013. Es wurde also zu einem Zeitpunkt erstellt, zu dem das Gelände Prüner Schlag/Brunsrade am Westring längst verkauft und die Kleingärtner schon größtenteils entschädigt wurden.

Es geht über die Standortalternativenprüfung des Stadtplanungsamtes aus dem Sommer 2011 hinaus, indem der Standort Steenbeker Weg/Technologiepark als zu klein  verworfen wird, stattdessen aber mit neuen Alternativen (1,9-11). Der Flughafen Kiel-Holtenau wird nicht geprüft. Nach einer Matrix, die die Punkte Flächeneigenschaften, (umgebender) Stadtraum, Verkehr, Planungsvorhaben (konkurrierende Planungen/Einzelhandel etc) sowie Umsetzbarkeit (Wirtschaftlichkeit, kurzfristige Realisierbarkeit) werden alle 11 möglichen Standorte bewertet:

Folgende Standorte erscheinen geeignet:

  1. Steenbeker Weg östlich B76: kaum geeignet
  2. Kronshagener Weg: geeignet
  3. Westring: gut geeignet – favorisiert
  4. Ostring/Segeberger Landstr.: bedingt geeignet
  5. Konrad-Adenauerdamm/Wellseedamm: kaum geeignet
  6. Technologiepark B404 : bedingt geeignet
  7. Wellsee Süd/Edisonstraße: kaum geeignet
  8. Skandinaviendamm: kaum geeignet
  9. Neue Hamburger Straße/B404: kaum geeignet
  10. Konrad-Adenauer-Damm/Ostring: nicht geeignet
  11. Konrad-Adenauer-Damm/Langsee: nicht geeignet

Fast alle untersuchten Gelände weisen Kleingärtennutzung aus. Die beiden kleingartenfreien Gebiete, die auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen sind, (6) und (7) werden mit Hinweis auf Moorlinsen bzw noch zu schaffende, z.Zt. unklare Verkehrsanbindung abqualifiziert. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass der Standort Westring aufgrung der Bodenuntersuchung eine Stelzenbebauung notwendig macht und die Verkehrsanbindung ohne neuzuschaffende AB-Anbindung laut Verkehrsgutachten knapp unter der disqualifizierenden Note 6 liegt.

Im Februar 2013 gab  es einen Vorstoß der Linken im Rat (Antrag), das Gelände am Westring zugunsten eines neuen Angebots aus Wellseedamm/Radewisch fallen zu lassen. Dieses Gelände war der Stadt bzw den Fraktionen im November 2012 durch den Investor bekannt gemacht worden. Es hat eine Fläche von knapp unter 10ha. Nicht überraschenderweise verwarf die Ratsversammlung den Antrag der Linken, u.a. mit dem Hinweis, dass das Bauvorhaben am Westring schon weit fortgeschritten wäre (KN vom 23.2.13). Da stellt sich die Frage, ob die Standortalternativenprüfung vom April 2013 (!) auch nur ein Minimum von Ernsthaftigkeit für dieses Projekt an den Tag legen sollte, oder ging es der Stadt um eine fremdfinanzierte Analyse für künftige Bauvorhaben?

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