Versiegelung

Der Versieglungsgrad der Stadtfläche beträgt 49.5% (Quelle : P.Todeskino, Anfrage der Direkten Demokratie im Rat)

Die geplante Ansiedlung von Krieger auf einer Fläche von 11.5 Fußballfeldern führt zu einer zusätzlichen massiven Versiegelung des Bodens mit entsprechend steigendem Druck auf die Kanalisation. Im Sommer findet eine stärkere Erwärmung über versiegelten Flächen statt.

Die Kleingärten und anschließenden Grünstreifen können bei den Starkregenereignissen, wie in den letzten Wochen beobachtet, erhebliche Mengen von Wasser wie ein Schwamm speichern und geben es nur langsam an das Grundwasser ab. Bei einer Versiegelung wird kein Wasser gespeichert. Stattdessen fließt es oberflächlich ab und wird in die Kanalisation eingeleitet. Da das Regenwassersystem aus wirtschaftlichen Gründen so ausgelegt ist, dass bei Starkregenereignissen Überstauungen der Kanäle bewusst in Kauf genommen werden (LANU, Jahresbericht 2002, S. 110), ist mit noch häufigeren Überflutungen und Rückstauungen von Schmutz- und Regenwasser in Keller der umliegenden Gebäude zu rechnen. Auch Regenrückhaltebecken haben nur eine begrenzte Kapazität. Bei Überlauf droht ein noch erheblich größerer Schaden.

Das stinkende Ergebnis eines übergelaufenen Regenrückhaltebeckens mit folgenschwerer Überflutung einer Schmutzwasserpumpstation war am Heidenberger Teich im August zu beobachten (KN vom 15.8.2011).

Die direkte Umgebung des von Krieger favorisierten Standortes am Westring ist durch Mühlenwegschnellstraße (B76), Autobahnanschlüsse, Citti-Park und Ikea in den letzten Jahren bereits sehr stark versiegelt worden, so dass es schon jetzt regelmäßig zur Sperrung von Fahrstreifen auf dem Westring und Autobahnanschluss aufgrund von Überflutungen kommt. Der fehlende positive Einfluss von Vegetation auf das lokale Stadtklima (wie z. B. sommerliche Kühlung durch Verdunstung, schattenspendende Bäume und Sträucher, Staubfilter, Lärmschutz, etc.) sowie eine stärkere Aufheizung von befestigten Oberflächen (Straßenpflaster, Asphalt) führen zu deutlich höheren Temperaturen bei Sonnenbestrahlung, die sich auch in den versiegelten Wohnflächen der Umgebung bemerkbar machen wird.

Der Flächenwunsch von 11.5ha bei zu schaffenden 250 -300 Arbeitsplätzen erscheint maßlos. Zum Vergleich hat Ikea auf 5ha 250 Arbeitsplätze (davon die Hälfte Vollbeschäftigung) im Jahr 2002 geschaffen. Inzwischen ist das Problem der Versiegelung aber immer vorrangiger geworden, so dass heute andere Kriterien als noch vor 10 Jahren anzulegen sind. Der bloße Verweis auf die Schaffung von Arbeitsplätzen legitimiert daher nicht einen Anspruch auf 11,5 ha Bauland.

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